ENTRY + Herztag
Da ich von „Mutti“ aka „Patentante“ (ein Insider den jetzt fast keiner versteht … [liegt vielleicht daran, dass es ein Insider ist]) drauf angesprochen wurde, dass sich hier zu wenig tut, ein kurzer Bericht von letztem Samstag. Ein Tag auf der Zeche Zollverein, der Zukunftsdesignausstellung ENTRY und ein anschließendes Kröger-besuchen-gehen.
Nachdem wir (also „Mutti“ und ich) am Morgen das Geländer der Zeche Zollverein betraten, über stilvolle Rolltreppen in einem dezent schreienden Orange (man war versucht diese mit Prilblumen zu bekleben) die Kokswäsche fuhren, an der Kasse einem Dieter-Thomas-Heck-Stimmdouble auf Valium begegneten (das Double, nicht wir
), froh waren, nicht so viel Geld für ENTRY wie für die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung bezahlt zu haben und dann noch neckische Bändchen um die Handgelenke bekamen, die sich schön mit unseren Armhaaren verklebten … konnten wir endlich sehen, was uns die Zukunft denn designtechnisch bringt.
Ich will es mal so formulieren: wir [die Menscheit] sind am Arsch, wenn das so Wirklichkeit wird. Auf der Ausstellung gab es auch Modelle aus den 60er und 70ern, wie sich die Zukunft vorgestellt wird – halbwegs realistisch, auch wenn es nicht so gekommen ist. Das, was man dort zu sehen bekam, war mehr die Richtung moderne Kunst, von der ich ja herzlich wenig verstehe. Häuser waren nicht mehr Häuser sondern der Natur angepasste gerundete Dinger … Zimmer hatten keine klaren Decken, Wände und Böden, alles gerundet und ging in einander über – ganz ehrlich: ich hab jetzt schon Problem Schränke in meiner Wohnung aufzustellen, weil ich Dachschrägen und leicht ablaufende Böden habe, da brauch ich deren Visionen auch nicht. Und scheinbar hat man sich auch nicht wirklich überlegt: wo stell ich mein Auto ab … stattdessen kann man wunderbar sehen, wie angenehm es doch ist, ABC-Schutzanzüge zu tragen oder Kleidung, auf der vorne weibliche Geschlechtsorgane aufgedruckt sind (primär und sekundär – inkl. der krausen Haaren … das ist ja soo 70er
) … ich überlege gerade, was sich bei einem Bewerbungsgespräch besser machen würde.
Interessant waren genmanipulierte Blumen – idiotisch hingegen die Fragen, die die Besucher zu diesen auf vorgefertigten Bögen beantworten konnten. Es spricht für die Besucher, dass ein Großteil die Fragen mit „Hä?“ beantwortet hat. Nach der Ausstellung erwischten wir noch die Möglichkeit über die Aussichtsplattform einen Blick über Essen zu bekommen; das Wetter hatte sich verbessert – trotzdem waren die 8,50 € nicht sonderlich gut investiert.
Anschließend wollten wir noch nach IKEA (wow … mein Erzählstil wird immer mehr wie „Mein schönstes Ferienerlebnis“), auf den Parkplatz rauf, vom Parkplatz runter – das muss ich mir nicht antun, nicht für Pappkartons Rönftentöngplöngwieauchimmer und Köttbullar. Also ab nach Kröger, denn Hunger hatten wir trotzdem. Dort war leider Herztag, man konnte sich den Blutdruck messen lassen, der wegen der Band, die spielte (muss irgendwas in Richtung moderne-Kunst gewesen sein, vielleicht Zwölf-Ton – Musik war das definitiv nicht…), rapide fiel. Im Restaurant hörte man nicht sehr viel davon, aber ganz im Gedenken an den Kröger Herztag gabs dann für uns Pommes und Schnitzel bzw. Pommes und Currywurst, auf dass wir Herzverfettung und einen Schlaganfall bekommen (hatte nicht ganz geklappt – und dabei waren doch draußen drei RTW bereit) … vielleicht ja nächstes Jahr …
Übrigens: Das orangefarbene Monster ist die größte freistehende Rolltreppe Deutschlands…