10. Mai 2007

Semifinale Eurovision Song Contest 2007Semifinale Eurovision Song Contest 2007

Logo Eurovision Song Contest 2007 Jetzt ist es soweit, das Semi-Finale zum Eurovision Song Contest beginnt. Ich bin gespannt. Ich versuche ja vorher nicht allzuviel über die einzelnen Lieder und Interpreten zu erfahren, damit ich noch einen gewissen Überraschungseffekt habe. Diesen Beitrag werde ich während der Veranstaltung nebenbei tippen, mal schauen was dabei herauskommt.

<ironie>Was bin ich froh, wieder von Peter Urban begrüßt zu werden, der besonders durch seinen neutralen Standpunkt dazu beiträgt, objektiv über die Interpreten zu informieren.</ironie>

01 Bulgarien01 Bulgarien

Der Hauptteil der Sendung geht los mit: Trommeln. Ich dachte, die sind inzwischen beim Song-Contest schon wieder out. Keine Musik für mich … ein bisschen Geschreie … geht ja richtig gut los. Ich hoffe der Rest wird besser. Der Rest muss besser werden.

02 Israel02 Israel

Wenn der Finanzbeamte, der meine Steuererklärung bearbeitet meint, er müsse einen auf cool machen, sieht das wahrscheinlich ähnlich aus wie „se wörld is fuhl of terrór“. Klingt auch nicht so besonders. Auch wenn es so klischeehaft ist und Israel so oft Lieder des Friedens präsentiert: die klassischen „Kibbuz Friedenshymnen“ gefielen mir eindeutig besser. Was war an Shiri Maimon 2005 so falsch?! Herr Urban meinte „was für eine Mischung“ … das frage ich mich aber auch.

03 Zypern03 Zypern

War nicht so schlecht, aber nicht so aufregend wie wahrscheinlich beabsichtigt. Der Gittarist sah ein wenig aus wieder Sänger von Oomph! und das Lied hatte ein bisschen was von einer „Comme ci, comme ça“-Dauerschleife.

04 Weißrussland04 Weißrussland

Es ging los wie ein recht klassischer Vorspann eines James-Bond-Films, wechselte danach ein bisschen in Standard-Eurovision-Sound. Die Bräune des Sängers war auch nicht gleichmäßig; ich überlege ob dies schlecht geschminkt war oder dieser Barbie-Ken aus der Gigolo-Kollektion nicht mit dem Selbstbräuner umgehen konnte.

05 Island05 Island

Optisch war es Meat Loaf nach den Weightwatchers, klang recht nett.

06 Georgien06 Georgien

Ein Freud von mir meinte, dass es klingt wie „Ray of Light“ von Madonna, ich fand es hatte mehr von einem James-Bond-Vorspann, wenn er von Björk gesungen werden würde. Ich dachte fast, Feuermale seien dieses Jahr in (wie bei der Zypriotin), dabei waren es nur aufgeklebte Rosenelemente als Verlängerung des Kleides.

07 Montenegro07 Montenegro

Irgendwie Pop-Rock. Ein Lied der Kategorie: Ach ja, das hatte ich ganz schnell vergessen. Nicht, weil es so schlecht war, sondern so häufig.

08 Schweiz08 Schweiz

DJ Bobos Lied ging mit Klängen aus dem Marsch der Sturmtruppen los, gefolgt von einem Bobo Einheitsbrei (also das eine Lied, das über die Jahre in diversen Variationen veröffentlicht wurde). Dazu ein bisschen Rumgehopse und Kostüme, die aussehen wie aus dem Musical „We will Rock You“. Herrn Bobo hätte man aber fairerweise vorher mitteilen sollen, dass live gesungen werden muss – eindeutig nicht seine Stärke.

09 Moldawien09 Moldawien

Auch wenn Herr Urban den Staat Moldau nennt, bleibe ich doch lieber bleib Moldawien. Das Lied: Rock, der versuchte mit ein paar Elemten wie man sie vielleicht von Gruppen wie Within Temptation kennt, zu punkten. Ansonsten nichts unerwartetes, 6 Leute auf der Bühne und Halbtonrückung. Wie die meisten bislang.

10 Niederlande10 Niederlande

Besser als die Trommlerinnen von 2006, aber „Hemel en Aarde“ gefiel mir von Edsilia Rombley 1998 dann doch besser. Und schon wieder ein Lied, das für mich klingt wie die Eurovision-Variante eines James-Bond-Vorspann-Songs … ein neuer Trend dieses Jahr. Naja, wenigstens versucht nicht jeder mit Extrema zu punkten, ich hatte da nach Lordi einige Befürchtungen.

11 Albanien11 Albanien

Okay, Herr Urban schafft es immer nocht nicht, komplett darauf zu verzichten in Lieder reinzuquasseln. Naja, viel schlimmer ist es, dass er am Samstag wieder die gleichen Texte (bei den qualifizierten Teilnehmern) vorlesen wird wie heute. Aber was will ich von einem Mann erwarten, der sich über Kostüme der Interpreten echauffiert, aber selber aussieht, als wenn er nachts Kleidercontainer ausräumt. Apropros Kostüme: eine Sängerin sieht aus, als hätte sie eine goldene Fadengardine an. Das Lied an sich gefiel mir nicht.

12 Dänemark12 Dänemark

Ich überlege gerade, wer schwuler rüberkam, die Dramaqueen oder die männlichen Background-Tänzer. Okay, der dunkelhaarige hat gezwinkert. Er führt damit jetzt mein Gay-Ranking an. Das Lied an sich erinnert mich musikalisch doch sehr stark an die Pet Shop Boys (New York City Boy). Rückung und Pyrotechnik, nein, wie originell. Wenigstens wurde bei dem Song auf die Windmaschine verzichtet.

Die Postcards zwischen den einzelnen Liedern zeigen dieses Jahr fast ausschließlich junge Menschen. Hatte mich gerade erstaunt.

13 Kroatien13 Kroatien

Der Stimme nach dachte ich, Willi Resnik oder Charlie von 1998 wäre wieder zum Song Contest geschickt worden. Hah, und das Lied läuft gerade an und schon das erste „Ljubav“, wie mir ein kroatischer Bekannter gesagt hat: irgendwas mit „Liebe“. Eigentlich kommt kein Balkanbeitrag ohne aus.

14 Polen14 Polen

Musikalisch nix für mich. Nein. Aber für den Fall, dass es Polen schaffen sollte, wären wir am Samstag nicht die einzigen mit solchen Hüten. Ein paar Elemente klangen wie Bossa Nova oder vom Frank Pop Ensemble. Leider haben diese Elemente nicht dominiert.

Okay, es gibt auch Postcards mit ganz alten Menschen.

15 Serbien15 Serbien

Wo war Peter Urban? Letztes Jahr ist auch einmal die Verbindung zusammengebrochen und er meldete sich danach telefonisch. Also ich brauche ihn nicht unbedingt. Aber so hätte er mir wenigstens sagen können, ob das ein Junge oder ein Mädchen ist, dass da singt. Obwohl ich denke es ist ne mospige Lesbe, hätte sie ihren Hosenanzug anbehalten, hätte man das besser erkannt. Das Lied hat typische Song-Contest-Elemente aber war imho der bislang beste Beitrag.
Ist das Jenni Elvers als Backgroundtänzerin?

Und wieder junge Menschen in den Postcards. Skater.

16 Tschechien16 Tschechien

Da ist Herr Urban wieder. Hatte Tonprobleme, sagt er. Wieso können die sowas immer so schnell beheben? Das Lied von Tschechien ist … nunja, als der Sänger anfing, erinnerte mich das eher an Horrorfilme, in denen Besessene anfangen in fremden Zungen zu sprechen.

17 Portugal17 Portugal

Gar nicht mitbekommen, dass Portugal dran ist, war wieder mit meinem Gravatar beschäftigt (nachdem ich mir um 20 Uhr hab von mehreren Freunden bestätigen lassen, dass es jetzt richtig läuft, ist es jetzt wieder falsch). So … das Lied von Portugal ist fertig. Nichts besonderes.

18 Mazedonien18 Mazedonien

Was ist es immer nett zu hören, wenn die Moderatoren „Former Yugoslav Republic of Macedonia – ex-République yougoslave de Macédoine“ sagen, anstatt wie wir einfach „Mazedonien“ (jaja, ich weiß, das hat politische Gründe). Das Lied war nicht soo schlecht, aber auch mal wieder nix allzu besonderes, man glaubte es schon zig mal gehört zu haben. Aber: Windmaschine.

19 Norwegen19 Norwegen

Oh … die ist ja gar nicht mal so jung. Das Lied gar nicht mal so schlecht. Aber ich könnte wieder schwören, sowas schon die letzten Jahre ein paar mal gehört zu haben. Okay, wenigstens kein Waterloo-Dreifach-Akkord.
Oh … Herr Urban zieht übers Alter der Sängerin her. Die ist 13 Jahre jünger als er selbst. Naja, wer im Glashaus sitzt.

20 Malta20 Malta

Klang ein wenig schief. Also einige Töne der Sängerin. Ansonsten hatte ich das Gefühl das Lied passt in die Reihe der vergangen beiden. Aber mit Fächern wurde ja versucht abzulenken.

21 Andorra21 Andorra

Das Lied ist Pop-Rock/Pop-Punk/Brit-Pop, wie er mir ganz gut gefällt, zwar ein bisschen Richtung Blink 182, Busted u.ä., die Bubis auf der Bühne … naja, die Sprache erschrickt ein bisschen. Der Gitarrist sieht aus wie der Bruder von Daniel Küblböck *schauder*, der Schlagzeuger wie der Cousin von Pascal Hens. Rückung haben sie auch drin … och nö, zeigt doch nicht dauernd den Küblböckverschnitt. Wenn die auf Englisch singen ist es sogar gleich noch besser.
So, die Wertung von Urban: „Pascal Hens am Schlagzeug“ … tja, was sag ich.

22 Ungarn22 Ungarn

Nein. Ich glaub es nicht. Da ist wirklich mal jemand der singen kann. Ohne, dass man durch Windmaschine, zu viel und laute Musik, Pyro-Effekte oder psychodelische Videos auf den Monitorwalls ablenken muss. Gefällt mir. Und die Stimme ist trotzdem nicht zu glatt oder verwechselbar. Das Lied hat ein bisschen was von „Mein Sinn für Stil (Reprise)“ aus Aida. Dieses und das vorherige Lied sind bislang meine Favoriten.

23 Estland23 Estland

Die Schwester von Tanel Padar, ESC Gewinner von 2001… ganz ehrlich, ich kenne kaum jemanden, der sich noch an „Everybody“ erinnert. Das Lied hat nichts besonderes, Eurovision-Einheitsrei. Und wieder mal wurde die Windmaschine eingesetzt – Naja, immer noch das Beste an der Perfomance; die Choreographie würde Detlef Dee! Sost im Grab rotieren lassen. Achja, der ist ja noch nicht im Grab. Aber wenn.
Das Lied hat einen kleinen James-Bond-Touch, also neben Rock der Trend dieses Jahr.

24 Belgien24 Belgien

Bunte Farben … war mein Essen nicht gut? Hat mit da jemand Pilze untergemischt? Eine Mischung aus Stefan-Raab-meets-Bee-Gees musikalisch… ist noch halb erträglich (also so gut kann der arabisch- oder indischstämmige Sänger auch nicht singen. Trotz großer Sonnenbrille). Probleme hab ich vor allem mit dem optischen Eindruck.

25 Slowenien25 Slowenien

Musikalisches Volumen als Auftakt, sowas mag ich. Danach ein Absacken um dann eine Mischung aus Oper-Techno-Folklore zu bringen. Es ist gar nicht mal so schlecht, aber ich hatte durch das kurze Intro mehr erwartet. Die Sängerin hat ja leuchtende Sterne in der Hand. Wieso? Da hatte ein Kostümbildner wahrscheinlich nen Erguss drauf. Nen geistigen natürlich. Ansonsten hat die Frau wenigstens Stimme – und falls das nicht reicht – eine Windmaschine.

26 Türkei26 Türkei

Als ich den Sänger das erste mal sah, musste ich kurz lachen. Er sieht aus wie eine Kreuzung aus John Leguizamo in „Moulin Rouge“ und George Michael. Wieso sollte man das kreuzen wollen? Ich weiß es nicht, ich weiß aber auch nicht, wieso der in einer Art Torero-Outfit performt.

27 Österreich27 Österreich

Marc Medlock. Ach ne, doch nicht; aber wirkt trotzdem schwul. Auch eine Rocknummer, der Refrain erinnert ein bisschen an Bon Jovi, auch wenn die Stimme fehlt. Ich find es immer so mitleiderregend, wenn die Sänger das Publikum zum Klatschen auffordern. Auffordern müssen.

„Wir gehen aufs Land, aber äh. .. wir sehen Boote, die ins Wasser geführt werden“ – Was wir nicht wissen, Herr Urban hat sich während der Lieder einen gezwitschert.

28 Lettland28 Lettland

Vier Männer mit Frack und Zylinder, die aussehen als ob sie hauptberuflich Hochzeitskutschen führen. Sagte ich vier? Inzwischen sind es sechs. Also das ganze Bühnenpotential ausgenutzt. Ich versteh nicht viel von Mode, aber die Jeanshosen dazu sehen verdammt Sch***e aus. Gesungen wurde in Italienisch, erinnerte mich ein wenig an einen Werbespot für Pizza.

Das VotingDas Voting

Die Frage die man sich stellen muss: soll man für seine Favoriten anrufen oder für die schlechtesten Lieder, damit die Konkurrenz am Samstag nicht zu stark wird. Nicht, dass ich mir überhaupt Hoffnung auf eine einigermaßen gute Platzierung mache. Nicht mit unserem Lied. Wieso wird die Telefonnummer „01372 02 01 XX“ aufgebaut und nicht „0137 20 20 1 XX“ wäre doch einfacher zu merken?!

PausenactPausenact

Der Pausenact hatte musikalisch ein bisschen von Riverdance (ohne Steppen) meets Tango, optisch wie „Der 13. Krieger“, den ich mir gestern angeschaut hatte (bloß haben die da nicht so viel getanzt). Ich hab keine Ahnung von finnischen Göttern und Mythen, aber eine Göttin, ich nenne sie einfach mal in Ermangelung besseren Wissens Ulla Popken, wurde in ein enges körperbetonenendes Kostüm gesteckt. So was will man nicht sehen. wenigstens konnte sie singen. Auch mit Kleidergrößen ab 42 ;-)

Vorschau auf SamstagVorschau auf Samstag

Es wird schwul, schräg, schön, amüsant, abwechslungsreich, aber vor allem: verdammt schwer für Deutschland. Man hat das Gefühl, Deutschland hat kaum europäischen Musikgeschmack.

Von den westeuropäischen Ländern ist keines weitergekommen, vielleicht ist die Resonanz in diesen Ländern auf den ESC einfach nicht so hoch. Ich bin mal auf die Veranstaltung am Samstag gespannt, ob dann die osteuropäischen Länder auch so stark punkten können. Wahrscheinlich.

Kategorie: Fernsehen
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