12. März 2009

Schwedisch lernen mit RosettaStoneSchwedisch lernen mit RosettaStone

Ich habs gemacht: ich habe mich bei RosettaStone angemeldet. Ich hatte mir 32 Lieder in 5 Minuten anschaut und bei ca. 5:50 min das Pokémon-Lied hört „vi räddar världen om igen“, was laut meiner Arbeitskollegin „wir retten immer wieder die Welt“ bedeutet. Diese paar Worten reichten eigentlich, damit bei mir Kopf ein Hebel umgelegt wurde „ich will Schwedisch lernen“.

Eigentlich schon irgendwie bescheuert, aber manchmal sind die spontanen Ideen einfach die besten (ich rede es mir gerade schön).

Ich hatte vor zwei Jahren auf der OMD mal mit einer Mitarbeiterin von RosettaStone gesprochen, einer Firma, die Sprachlernkurse anbietet. Hierbei wird jedoch nicht nach dem klassischen Prinzip gearbeitet, das wir sicher noch alles aus der Schule kennen (inkl. dem verhassten Grammatik Pauken und Vokabellernen), sondern nach einem anderen Ansatz.

RosettaStone LernprinzipRosettaStone Lernprinzip

Wenn wir Babys/Kleinkinder sind, lernen wir unsere Mutersprache ohne Sprachkurs, Grammatikübungen und Vokabeltests. Wir lernen sie, weil wir die Sprache hören und diese in Verbindung mit unserer Umwelt setzen. Also wenn uns als Baby immer gesagt wird dass Essen „Happa“ ist, dann lernen wir diesen Begriff für den realen Gegenstand. Wenn wir jedoch häufiger hören, dass Essen „Essen“ genannt wird, ist es eben dieser Begriff, mit dem wir es dann bezeichnen. Also letzten Endes ist es wohl nichts anderes als eine Art Konditionierung; bei RosettaStone heisst das „DynamicImmersion“.

Und hier setzt RosettaStone an. In der Software wird beispielsweise ein Bild von einer Frau angezeigt und der Text „the woman“. Ausserdem hört man das ausgesprochene Wort. Daneben ist ein Bild von einem Mann und der Text „the man“ – und auch dies wird ausgesprochen. In einer zweiten Zeile sieht man ein Bild von einem anderen Mann und einer anderen Frau; hier muss der Lernende jetzt „the woman“ und „the man“ richtig zuordnen.

Auf einer weiteren Seite sieht man einen Mann, der etwas trinkt und eine Frau die etwas trinkt. Als Texte, die zugeordnet werden können stehen „The woman is drinking.“ und „The man is drinking.“ zur Verfügung. Da man bereits gelernt hat, was Mann und Frau bedeuten, kann man die Texte richtig zuordnen und erkennt, dass das neue Wort wahrscheinlich mit der gemeinsamen Tätigkeit, dem Trinken zu tun hat.

Natürlich gibt es hier nicht nur eine Seite, die sich mit Geschlechtern und eine, die sich mit dem Trinken befasst, sondern die erlernten Worte und Begriffe tauchen immer wieder auf, so dass es sich verfestigen soll.

Zuordnungs-Übung: Auf welches Bild trifft „Mannen äter“ (Der Mann isst) zu.

Zuordnungs-Übung: Auf welches Bild trifft „Mannen äter“ (Der Mann isst) zu.

Produkte und BestellungProdukte und Bestellung

Wie gesagt, meine Wahl fiel auf das Schwedische. Es gäb sicherlich Sprachen, die mir mehr bringen würden (wie oft habe ich mich schon geärgert, dass ich beispielsweise kein Französisch kann), und ich hatte auch bislang keinen besonderen Bezug zu Schweden (ich war bislang nicht mal dort), aber ich finde die Sprache klingt irgendwie nicht schlecht (ich habe eh eine Vorliebe für germanisch-stämmige Sprachen) … und zu den spontanen Entscheidungen habe ich ja schon etwas geschrieben ;-)

Homepage von RosettaStone

Homepage von RosettaStone

RosettaStone bietet für jede Sprache drei Stufen an, die sich in der Schwierigkeit immer steigern, für einen absoluten Sprachanfänger bietet sich somit Stufe 1 an, denn nur dort lernt der Svenska-Interessierte, dass die trinkende Frau „kvinnan dricker“ heisst. Jede Stufe kostet zwischen 219 und 259 Euro, also schon eine Stange Geld; wer etwas Geld sparen möchte, kauft alle drei Stufen zusammen, zahlt dann nicht ganz 500 Euro und erhält noch einen 12 CDs umfassenden Audio-Begleiter dazu (Prinzip Sprachen-und-Wiederholen).

Alternativ bietet RosettaStone ein Online-Abo an, in dem alle drei Stufen für jeweils sechs oder zwölf Monate abonniert werden können. Für sechs Monate kostet das dann 219 Euro – sicherlich nicht billig, aber vielleicht ja trotzdem günstig. Ob es günstig ist, werde ich dann in einem halben Jahr sehen, denn für das Halbjahresabo habe ich mich entschieden. Wer sich für einen Kauf der Software entscheidet, erhält von RosettaStone übrigens eine „vorbehaltlose“ 6-Monate-Geld-Zurück-Garantie, laut deren eigener Aussage ohne wenn und aber.

Wer sich für das Abonnement entscheidet, der sollte nicht überlesen, dass dieses sich automatisch verlängert, wenn es nicht gekündigt wird.

Wer sich ebenfalls für RosettaStone interessiert, sollte sich nicht über einige der deutschen Seiten auf der Homepage wundern, denn dort wurde teilweise nicht mit ganz soviel Sorgfalt gearbeitet. Oben im Header steht beispielsweise „Testland“ und auf der Schwedisch-Produktvergleichsseite wird vom Erlernen der englischen Sprache gesprochen (dafür wird beim Niederländisch-Produktvergleich von arabisch gesprochen). Ebenso wird der potentielle Nutzer ein wenig verunsichert, wenn bei den Details zum Online-Abo nicht alle drei Stufen Erwähnung finden (z. B. bei Schwedisch wir nur Stufe 1 erwähnt, bei Niederländisch nur Stufe 1 & 2). Wenn man das Produkt in den Warenkorb legt, merkt man aber, dass alle drei Level als „Vorteilspack“ aufgeführt sind und auch der Audiobegleitet kostenlos dabei ist (ein Abzug auf der Rechnung von 59 Euro).

Websitefehler: Testland, Englisch statt schwedisch und Stufe 1 auf Produktseite aber Level 1-3 im Warenkorb

Websitefehler: Testland, Englisch statt schwedisch und Stufe 1 auf Produktseite aber Level 1-3 im Warenkorb

Von diesen kleinen Unachtsamkeiten beim Erstellen der deutschen Website mal abgesehen, erfolgte der Bestellprozess recht reibungslos und nachdem man die gewünschten Logindaten sowie Rechnungsdaten (Zahlung nur mit Kreditkarte möglich), sowie die Lieferadresse für den Audiobegleiter mit zwölf CDs, kann man sich direkt einloggen (Der Login auf der Bestellbestätigung funktioniert nicht – der Login-Link ist auf der RosettaStone-Website jedoch überall im Header).

Die SoftwareDie Software

RosettaStone Systemüberprüfung

RosettaStone Systemüberprüfung

Die Online-Software unterscheidet sich nicht von der Standalone-Software, die auf CD-ROM geliefert wird, ausser, dass diese im Browser läuft. Nachdem Login wird überprüft ob alle nötigen Systemvorraussetzungen erfüllt sind, hierzu gehört unter anderen eine aktuelle Adobe Flash- bzw. Shockwave-Installation sowie die Software zur Sprachunterstützung. Letztere kann kostenfrei heruntergeladen werden und ermöglicht das Erkennen von selbst gesprochenen Wörtern (offenbar ist ein Sprach-Wellen-Vergleich in Flash nicht so gut realisierbar).

Für jede Stufe kann eine Auswahl der Kurse getroffen werden

Für jede Stufe kann eine Auswahl der Kurse getroffen werden

Nachdem alle benötigten Komponenten installiert sind, startet die Software und man wird zu Beginn nach der gewünschten Stufe „Sprachniveau“ befragt (für mich Stufe 1) und was man für einen Kurs machen möchte. Für die meisten dürfte einen Kombination aus allen vier Bereichen Lesen, Schreiben, Sprechen und Hören interessant sein. Dieser ist auch als „Empfohlen“ vormarkiert. Zusätzlich gibt es noch einen Kurs mit allen vier Bereichen „Erweitert“. Dieser hat ein paar Lektionen mehr, vor allem im Bereich des Hörens und Lesens. Die Kursauswahl ist übrigens auch noch nachträglich über die Voreinstellungen änderbar.

Lektionen einer Einheit. Graue Übungen sind nur im „Erweitert“-Kurs aktiv

Lektionen einer Einheit. Graue Übungen sind nur im „Erweitert“-Kurs aktiv

Insgesamt gibt es pro Stufe/Level jeweils vier Einheiten, die sich mit unterschiedlichen Themenkomplexen beschäftigen. So gibt es in Stufe 1 die Einheiten

  1. Einführung
  2. Begrüßung und Vorstellung
  3. Arbeit und Schule
  4. Einkaufen

In Stufe 2 gibt es die Einheiten:

  1. Reisen
  2. Vergangenheit und Zukunft
  3. Freunde und Freizeit
  4. Essen und Urlaub

Und Stufe 3 enthält:

  1. Wohnen und Gesundheit
  2. Menschen und Länder
  3. Alltag
  4. Orte und Ereignisse

Jede Einheit ist in 4 Hauptlektionen aufgeteilt und eine bestimmte Anzahl zugehöriger Übungen der Kategorien

  • Aussprache
  • Vokabular
  • Grammatik
  • Hören und Lesen
  • Lesen
  • Schreiben
  • Hören
  • Sprechen

Am Ende einer Einheit gibt es dann noch immer einen Meilenstein.

Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen: es gibt eine kurze Einführung nach der man auch direkt loslegen kann. Es gibt zwar eine Online-Hilfe sowie eine ausführliche Online-Dokumentation, die aber in der Regel nicht benötigt wird. Einfach loslegen.

Wer übrigens wie ich ein Online-Abo für 6 Monate abgeschlossen hat, der kann sich leicht im Kopf ausrechnen, dass er nur zwei Monate pro Stufe hat, das sind rund 2 Wochen pro Einheit, somit etwa eine halbe Woche pro Lektion. Also somit ist das nichts für Leute, die sich zu viel Zeit beim Lernen lassen wollen. Für diese ist das Jahres-Abo oder der Kauf der Software wahrscheinlich deutlich besser.

Der Hauptbildschirm von RosettaStone (Schwedisch Stufe 1)

Der Hauptbildschirm von RosettaStone (Schwedisch Stufe 1)

SpracherkennungSpracherkennung

Einstellungen für Spracherkennung und Sprachpräzision

Einstellungen für Spracherkennung und Sprachpräzision

Das einzige Modul mit dem ich noch auf dem Kriegsfuß stehe ich die Aussprache: Unter den Einstellungen kann man die Sprachpäzision einstellen, als wie genau die eigene Aussprache mit den Musteraussprachen der Softwarespreche übereinstimmen muss. Hierbei ist die oberste die schwerste und die unterste die leichteste, hier kann man wahrscheinlich bei „kvinnan dricker“ auch “Tischkicker“ sagen und es wäre richtig. Ich hatte die Präzision auf recht hoch stehen, da ich ja möchte, dass ich auch wirklich die Worte richtig ausspreche. Wenn zum Sprechen-lernen jedoch Worte nach Silben aufgeteilt werden und die Silben einzeln gesprochen werden müssen, habe ich immer bei Silben auf „ar“ versagt. Also das Butterbrot „smörgåsar“ endet mit der Silbe „sar“ daran bin immer gescheitert, jedoch nicht an den Silben „smör“ und „gå“, sowie dem kompletten Wort (was irgendwie verwunderlich ist, da „sar“ die einzige Silbe ist, die wie im deutschen ausgesprochen wird). Hier bin ich mir noch nicht sicher, ob die Software hier nur komisch arbeitet oder ich wirklich so undeutlich spreche, es mir aber nicht bewusst ist ;-)

Wie geht’s weiter? & AudiobegleiterWie geht’s weiter? & Audiobegleiter

Der Audiobegleiter von RosettaStone beinhaltet 12 CDs

Der Audiobegleiter von RosettaStone beinhaltet 12 CDs

Die Überschrift reimt sich unbeabsichtigter Weise ;-) Heute kam schon der Audiobegleiter von RosettaStone (recht fix, ich hab mich vorgestern Abend erst dort angemeldet), den ich auf dem Heimweg gleich einmal ausprobieren werde.

Wie erfolgreich diese Lernmethode bei mir ist, vermag ich jetzt noch nicht zu sagen, da ich jetzt gerade mal 2 Abende mit RosettaStone gearbeitet habe. Ich kann jedoch sagen, dass es mehr Spaß macht als normales lernen und sich einfacher anfühlt, als Lernen in der Schule oder z. B. in VHS-Kursen … und mal schauen, vielleicht bin ich in einem halben Jahr wirklich einigermaßen fit in Schwedisch :-)

Kategorie: Dies & Das
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6 Antworten

  1. Localola sagt:

    Ich habe mir die Demo angeschaut und ich finde das Ganze total geil. Die Idee ist genial und ich würde es gerne ausprobieren, aber es ist leider zu teuer und im Moment fällt mir keine Sprache ein, die ich gerne lernen würde. Aber sonst, prima Sache, echt! und sehr gut beschrieben :-)

  2. minstyle sagt:

    Wieviel Provision bekommst du hier für diesen Blogeintrag von Rosetta? Dein Text und die dazugehörigen Links sehen mir nämlich sehr verdächtig danach aus…

  3. Markus sagt:

    @minstyle: Die Links gehören zu einem ganz normalen Affiliate-Programm (bei Superclix), ergo bekomme ich eine Vergütung, falls sich jemand über einen der Links anmeldet (und Geld bei RosettaStone lässt). Das finde ich an sich nicht verwerflich, wenn sich jemand aufgrund meines Artikels dafür entscheidet.

    Ansonsten bekomme ich für den Blogeintrag nichts von RosettaStone. Ich stand beim Schreiben des Artikels in keinem anderen Verhältnis zu der Firma als der eines (den vollen Preis) zahlenden Kunden. Ich habe kein Geld oder andere Vergünstigungen bekommen (weder vorher noch nachher) und habe deshalb meinen Eindruck, den ich innerhalb dieser weniger Tage gewonnen habe so vollständig wie möglich beschrieben; ein subjektiver Testbereicht eben. Und dieser ist größtenteils positiv ausgefallen.

  4. SnapHappy sagt:

    Ich lerne mit Rosetta Stone Italienisch und ich kann die Methode ebenfalls nur empfehlen (nein ich bekomme keine Provision oder ähnliches). Ich werde nun im Herbst 4 Wochen lange eine Sprachschule in Italien besuchen um das zu lernen was Rosetta nicht bieten kann, nämlich Fachvokabular.

    Prinzipiell kann ich mir aber kaum eine bessere Sprachlernsoftware als diese vorstellen und ich habe einige andere gestet: Langenscheidt, Digital Publishing, Pons. Sie alle haben ihre Stärken und Schwächen. Rosetta Stone aber ist die einzige die man auch vernünftig auf MAC OS nutzen kann und mit der mir persönlich das Lernen am meisten Spass macht!

    Viel Spass beim Schwedisch lernen!

    SnapHappy

  5. kisardo sagt:

    Nachdem der Blog-Eintrag nun schon ein gutes halbes Jahr her ist, würde mich doch mal interessieren, wie das Schwedisch lernen funktioniert hat. Bist Du dabei geblieben? Und wie waren die Lernerfolge? In den ersten Tage ist man ja immer enthusiastisch, aber hat sich die Begeisterung für diese Lernmethode auch erhalten?
    Lieben Gruß, kisardo

  6. Markus sagt:

    Hallo kisardo,

    ich kann die Lernmethode von Rosetta-Stone immer noch empfehlen. Ich habe aber auch ein paar Kritikpunkte.

    Es ist ein großer Vorteil, dass man permanent mit der Aussprache und den geschriebenen Worten konfrontiert wird – das prägt sich ein. Die Sprechwiederholübungen sind allerdings kaum auf höchster Stufe/Genauigkeit möglich, auch nicht nach mehreren Monaten.

    Was mir generell ein bisschen gefehlt hat sind die recht seltenen Schreibübungen, wo ich wirklich Worte und Sätze auf der Tastatur schreiben musste. Vor allem hier verwechselt man dann doch schon mal gerne das ein „e“ mit einem „ä“ oder vergisst stumme Konsonanten.

    Und ein paar Sachen sind, zugegebenermaßen über die Lernmethode manchmal etwas schwerer zu lernen. So ist mir beispielsweise erst nach vielen Anläufen klar geworden, dass ich mit „inte“ etwas verneine. Den Unterschied zwischen „liten“ und „små“ habe ich nur verstanden, als ich danach im Internet gesucht hatte.

    Die Lernmethode ist also sicher nicht perfekt, aber Sie ist einfach und macht Spaß. Vor allem hat man nicht den Eindruck, dass man lernen muss, sondern der Erfolg stellt sich von alleine ein. Nach wie vor kann ich Rosetta Stone also nur empfehlen.

    Gruß
    Markus

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